Fr - So, 19. – 21. März 2010

 

Was heißt hier “frei”?

 

Musikalische Gruppenimprovisation ohne vorherige Absprache darüber, was tatsächlich erklingen soll, wird gerne mit dem Attribut „frei“ versehen. Damit soll in etwa ausgedrückt werden, dass die Musizierenden die Freiheit beanspruchen, alles zu spielen, was ihnen im Moment einfällt und sich keinen Ge- oder Verboten zu unterwerfen. Zu recht wendet der nachdenkliche Mensch ein, dass Improvisierte Musik „frei“ zu nennen eine Mogelpackung sei, die vorgibt, etwas zu enthalten, was eigentlich gar nicht möglich ist – denn wer ist schon frei von Prägungen, Vorlieben, Klischees?

Dieser Workshop versucht, der Idee der improvisatorischen Freiheit Konturen zu geben, im Ensemblespiel ihr Potential und ihre Grenzen zu erkunden – Begriffsklärung inbegriffen.

Als richtungsweisende Arbeitsgrundlage erachte ich dabei den Begriff der nicht-idiomatischen Improvisation, die Peter-Niklas Wilson wie folgt beschrieben hat:

„Die Vorstellung einer nicht-idiomatischen Musik, wie sie Derek Bailey formulierte, meinte nicht das Neu-Erfinden des eigenen Spiels bei jedem Anlass, die permanente tabula rasa, sondern zielte ab auf das vorab Unkategorisierbare des Zusammentreffens mehrerer Musiker, die ihre eigenen, oft inkompatiblen Sprachen sprechen. Mag auch jeder sein persönliches Idiom mitbringen, so ist das kollektive Ergebnis doch keineswegs idiomatisch vorprogrammiert.“

Voraussetzung zur Teilnahme sind Vertrautheit mit dem Instrument und Interesse am Thema.

 

Leitung: Wolfgang Schliemann

Kurszeiten: Fr 19 – So 16 h (nach Absprache)

Kursgebühr: 100 Euro / 80 Euro
(Ermäßigung für Ensembles nach Vereinbarung)
10 Euro Frühbucherrabatt bei Buchung des Kurses bis 3 Wochen vor Beginn!

Anmeldung: exploratorium berlin
info@exploratorium-berlin.de, Tel. (030) 84 72 10 52

 

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